Wie unglaublich wertvoll ein Sportturnier für die sportliche und persönliche Entwicklung junger Menschen sein kann, wurde mir in diesem Jahr ganz besonders bewusst – am Freitag, den 9. Januar 2026, als es wieder hieß: „Jugend trainiert für Olympia“, diesmal in der Disziplin Volleyball.
Manchmal werden wir belächelt, wenn wir unsere besten Sportlerinnen und Sportler zu einem Wettkampf mitnehmen und sie dafür nicht am regulären Unterricht teilnehmen. Auf den ersten Blick mag es für manche so erscheinen, als würden diese Schülerinnen und Schüler „einfach nur“ der Schule fernbleiben. Doch wer genauer hinschaut, erkennt schnell, wie viel Einsatz, Disziplin und Engagement hinter diesen Tagen steckt.
In den Wochen zuvor trafen sich die Teilnehmenden regelmäßig zusätzlich zu ihrem Unterricht – in der 7. und 8. Stunde – in der Turnhalle. Sie standen früher auf als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler, hatten einen längeren Schultag und das alles an einem Freitag. Sie mussten persönliche Konflikte lösen, Verantwortung füreinander übernehmen, soziale Kompetenzen entwickeln und lernten dabei weit mehr, als es der reguläre Sportunterricht allein vermitteln könnte. Auch die Eltern trugen ihren Teil bei, indem sie ihre Kinder frühmorgens – teilweise schon um 6 Uhr – zum ZOB brachten.
Und all das zeigt: Es lohnt sich.
In diesem Jahr waren einige Schülerinnen und Schüler bereits zum dritten Mal dabei. Die Entwicklung, die sie in dieser Zeit gemacht haben, war für mich beeindruckend und erfüllte mich mit großem Stolz. Alle Teilnehmer*innen haben gelernt, wie essenziell eine sichere Angabe im Volleyball ist. Sie haben verstanden, dass der unermüdliche Einsatz, den Ball vom Boden fernzuhalten, das Herz dieses Spiels ausmacht. Sie haben erfahren, dass nur durch echtes Zusammenspiel, Vertrauen und Kommunikation innerhalb der Mannschaft Erfolge möglich sind. Sie begegneten Spielweisen und Techniken, die im Unterricht aufgrund sehr unterschiedlicher Leistungsniveaus oft nicht in dieser Tiefe vermittelt werden können.
Als ich vor drei Jahren erstmals mit einer Mannschaft aus Neuenkirchen zu diesem Turnier fuhr, standen bei den Jungen vor allem Fußballer auf dem Feld. Nicht, dass es ihnen an Einsatz oder spektakulären Aktionen gefehlt hätte – doch schnell wurde deutlich, dass fußballerisches Talent allein nicht ausreicht, um im Volleyballturnier zu bestehen. Umso mehr berührte es mich, in diesem Jahr wieder Spieler zu sehen, die damals erste Erfahrungen gesammelt hatten. Ihre technische, taktische und persönliche Entwicklung ließ mein Sportlerherz regelrecht aufgehen.
Die Angaben saßen, das Zuspiel funktionierte, es wurde geblockt, gebaggert und gepritscht. Vor allem aber wurde miteinander gesprochen: Man motivierte sich, lobte sich gegenseitig und kämpfte als Team. Jede und jeder Einzelne gab sein Bestes – für die Mannschaft und füreinander.
In diesem Jahr nahmen Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 10 teil. Den Zehntklässlern war sehr bewusst, dass dies ihr letztes Schulturnier war – umso intensiver genossen sie diesen besonderen Moment. Für die Jüngeren hoffe ich von Herzen, dass sie dem Volleyball treu bleiben und wir auch in den kommenden Jahren auf sie zählen dürfen.
Mit großem Stolz gratuliere ich den Jungen zu einem hervorragenden fünften Platz und den Mädchen zu einem starken vierten Platz. Vielen Dank für euren Einsatz, euren Teamgeist und eure beeindruckende Leistung – ihr habt gezeigt, was Sport bewirken kann! 🏐✨
Bericht: Nicole Gülzow (Fachschaftvorsitzende Für Sport)